Zuletzt geändert von gerold_wirnitzer@iteg_at am 2026-02-25 11:36:39

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1 = {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Einleitung"/}}Einleitung =
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3 Diverse Web- bzw. E-Mail-Kunden betreiben Web-Seiten oder andere Applikationen die E-Mails an die eigenen Mitarbeiter und/oder Kunden versenden wollen.
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5 Dies ist leider nicht ganz unproblematisch, im Folgenden daher technische Informationen und Vorschläge zu dem Thema.
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7 = {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-ProblemfelderbeimVersandvonE-MailsdurchApplikationen"/}}Problemfelder beim Versand von E-Mails durch Applikationen =
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9 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-E-MailsdirektvomWeb-ServerhabenschlechtenDefault-Absender"/}}E-Mails direkt vom Web-Server haben schlechten Default-Absender ==
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11 Auf jedem ITEG-Webserver, aber auch auf vielen Webservern anderen Anbietern läuft lokal ein [[SMTP>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Simple_Mail_Transfer_Protocol||shape="rect"]]-Server der als MTA ([[Message Transfer Agent>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Mail_Transfer_Agent||shape="rect"]]) verwendet werden kann, entweder indem man auf {{code language="none"}}localhost:25{{/code}} verbindet und SMTP spricht, oder indem man Mail-Bodies durch die meist vorhandene {{code language="none"}}sendmail{{/code}}-Kompatibilitäts-Binary piped.
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13 In beiden Fällen hat das E-Mail einen ungeeigneten Absender (Envelope und Header), wie z.B. {{code language="none"}}kundexy@cwh22.iteg.at{{/code}}.
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15 An eine solche Adresse kann man keine E-Mails schicken, und sie hält auch keiner Verifikation durch empfangende Mailserver stand, daher kommen solche E-Mails oft nicht zugestellt - und verschlechtern die E-Mail-Reputation des Web-Servers (bis hin zum Landen der IP-Adressen des Servers auf Sperrlisten).
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17 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-E-MailsdirektvomWeb-ServerhabenechtenAbsender,abernichtmitdiesemauthentifiziert"/}}E-Mails direkt vom Web-Server haben echten Absender, aber nicht mit diesem authentifiziert ==
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19 Um obiges Problem zu vermeiden und/oder um ohne Verwendung des [[E-Mail-Header-Feldes ReplyTo>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Header_(E-Mail)#Reply-To:_Antwortadresse||shape="rect"]] (oder [[Sender>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Header_(E-Mail)#Sender:_Technischer_Absender||shape="rect"]]) Antworten auf solche E-Mails zu erhalten werden manchmal echte E-Mail-Adressen als Absender gesetzt.
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21 Meistens wird nur der Header-Absender gesetzt, d.h. das [[E-Mail-Header-Feld From>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Header_(E-Mail)#From:_Absender||shape="rect"]]. Manchmal wird auch der [[Envelope-Sender>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Envelope_Sender||shape="rect"]] gesetzt (SMTP-Kommando {{code language="none"}}MAIL FROM{{/code}}). Für die Folgen ist der Unterschied eher akademisch, bei der Analyse von Zustell-Problemen und für das Design von Allowlists aber manchmal zu beachten.
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23 Leider bringt dieser Ansatz neue Probleme auf:
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25 * Der Web-Server ist oft nicht im [[SPF-Record>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Policy_Framework#Aufbau_eines_SPF-Records||shape="rect"]] zu der Domain abgedeckt und werden nicht zugestellt
26 * Die E-Mails sind nicht mit [[DKIM>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/DomainKeys_Identified_Mail||shape="rect"]] signiert, und werden nicht zugestellt
27 * Strenge empfangende Mail-Server lehnen unauthentifiziert gesendete E-Mails mit dort gehostetem Absender (!) generell ab, und die E-Mails werden nicht zugestellt. Das betrifft auch insbesondere E-Mail-Kunden von ITEG, weil unsere Mailcows eben aus gutem Grund streng sind. Aus diesem Grund werden unsere Mail-Server nicht mehr als halb-offene [[SMTP-Relay-Server>>url:https://de.wikipedia.org/wiki/SMTP-Relay-Server||shape="rect"]] für alle unsere Web-Server freischalten, das würde die Mailserver selbst sehr schnell auf Sperrlisten bringen.
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29 Alle diese Details verschlechtern die E-Mail-Reputation des Web-Servers (bis hin zum Landen der IP-Adressen des Servers auf Sperrlisten).
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31 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Seiten-bzw.Folge-EffektefüralleKundendievomgleichenWeb-ServerE-Mailsverschicken"/}}Seiten- bzw. Folge-Effekte für alle Kunden die vom gleichen Web-Server E-Mails verschicken ==
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33 Leider sind viele Empfänger von automatischen E-Mails zu schnell mit dem Klick auf “Junk” / “Spam”.
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35 Das bringt besonders bei nicht-authentifiziert verschickten E-Mails die sendende IP-Adresse, also den Web-Server, schnell auf Sperrlisten.
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37 Das verringert dann zusätzlich die Versand-Chance für E-Mails die von Applikationen anderen Kunden vom gleichen Server verschickt werden.
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39 = {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Lösungen:Authentifiziertverschickenbzw.Newsletter-Spezialisten"/}}Lösungen: Authentifiziert verschicken bzw. Newsletter-Spezialisten =
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41 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-LösungfüreinzelneE-Mails:VersandauthentifiziertübereineneigenenMail-Account"/}}Lösung für einzelne E-Mails: Versand authentifiziert über einen eigenen Mail-Account ==
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43 Die Lösung für obige Probleme (für einzelne E-Mails) ist es, E-Mails grundsätzlich über den für die Absender-Domain zuständigen E-Mail-Server zu verschicken, und zwar authentifiziert und verschlüsselt.
44 Verschlüsselung sollte dabei nicht Port 25 und STARTTLS verwenden, sondern den von vornherein verschlüsselten Port 465. Diverse Mail-Server haben aufgehört auf Port 25 überhaupt Authentifizierung zu erlauben.
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46 Beim Versand von Massen-E-Mails wie Newslettern hat das natürlich den Nachteil die Reputation des eigenen Mail-Servers und der eigenen Mail-Domain zu gefährden.
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48 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-LösungfürNewsletter:SpezialisierteAnbieter,evtl.Sub-Domain"/}}Lösung für Newsletter: Spezialisierte Anbieter, evtl. Sub-Domain ==
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50 Für den Versand von Newslettern oder anderen E-Mails an zig, hunderte, oder gar tausende Empfänger gibt es spezialisierte Anbieter.
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52 Leider sind einige der Platzhirsche nicht DSGVO-konform und/oder USA-basiert.
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54 Wir möchten keine einzelnen Anbieter empfehlen, daher sollte betroffene Kunden die Suchmaschine Ihrer Wahl z.B. mit {{code language="none"}}newsletter tools dsgvo{{/code}} befragen.
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56 = {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-How-TosfürE-Mail-VersanddurchApplikationen"/}}How-Tos für E-Mail-Versand durch Applikationen =
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58 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Newsletter:EinfachesOpt-Out!"/}}Newsletter: Einfaches Opt-Out! ==
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60 Newsletter sollten eine möglichst einfache Opt-Out-Möglichkeit bieten, Empfänger sollen mit maximal 3 Klicks aus dem Verteiler kommen.
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62 Leider prüfen empfangende Mail-Server alle Links in E-Mails so tief, dass teils sogar Java-Script ausgeführt wird, eine pauschale Empfehlung für eine Methode können wir daher nicht geben.
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64 E-Mail-Empfänger sollten natürlich im Newsletter immer noch sehen, welche Ihrer evtl. mehreren E-Mail-Adressen überhaupt im Verteiler ist.
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66 Grundsätzlich: Siehe oben, [[Lösung für Newsletter>>doc:CD.Hosting.Mail-Hosting bei ITEG - Übersicht.Versand von E-Mails durch Web-Applikationen.WebHome||anchor="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Lösung-für-Newsletter:-Spezialisierte-Anbieter,-evtl.-Sub-Domain" shape="rect"]].
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68 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Java-Applikationen"/}}Java-Applikationen ==
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70 Java’s normaler Mail-Client ist etwas zickig.
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72 Unser Code dazu findet sich in unserem freien Tool [[FancyMail>>url:https://clazzes.atlassian.net/wiki/spaces/FANCYMAIL||shape="rect"]]. Das Repository ist unter {{code language="none"}}git://git.clazzes.org/java-libs/util/fancymail-main.git{{/code}} öffentlich clone-bar, der relevante Code ist in {{code language="none"}}fancymail/src/main/java/org/clazzes/fancymail/sending/SMTPClient.java{{/code}} in der Methode {{code language="none"}}createSmtpSession(){{/code}}. Die Properties werden hier via BluePrint aus {{code language="none"}}*.cfg{{/code}}-Dateien geholt und in die Bean gesetzt. Für eigene Applikationen wird man hier ohnehin eigenen Code schreiben, falls man keine andere Bibliothek verwendet, die das kann.
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74 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-Perl-Applikationen"/}}Perl-Applikationen ==
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76 Ja, Perl gibt es noch. Wir haben für Monitoring-Alarme eine Perl-Lösung die [[Net::SMTP>>url:https://perldoc.perl.org/Net::SMTP||shape="rect"]] verwendet, deren Code aber nicht mehr öffentlich ist.
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78 Die nicht-Öffentlichkeit ist aber mehr Faulheit als Geheimhaltung, bei Interesse können wir auf Anfrage den SMTP-Teil als Code-Beispiel bereitstellen.
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80 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-PHP-Applikationen"/}}PHP-Applikationen ==
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82 Die normale [[mail>>url:https://www.php.net/manual/de/function.mail.php||shape="rect"]]-Funktion versendet leider dumm über eine {{code language="none"}}sendmail{{/code}}-Kompatible binary (wobei wir die dort dokumentierte Variante mit {{code language="none"}}sendmail.ini{{/code}} erst beim Schreiben dieser Zeile entdeckt und nicht näher untersucht haben). Man kann sich - auch in älteren PHP-Umgebungen - ggfs. mit [[msmtp>>url:https://marlam.de/msmtp/||shape="rect"]] bereitstellen, dem man Details zu einem zum Versand zu nutzenden SMTP-Account über eine Konfigurationsdatei {{code language="none"}}~/.msmtprc{{/code}} bzw. auch über Kommandozeile und damit über {{code language="none"}}php.ini{{/code}}-Settings bereitstellen kann.
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84 Für native PHP-Lösungen bietet sich das [[pear-Modul Mail>>url:https://pear.php.net/package/Mail||shape="rect"]] an.
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86 Beides ist in den bald für alle ITEG-Hosting-Kunden kommenden dockerisierten PHP-FPM-Umgebungen installiert.
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88 == {{id name="VersandvonE-MailsdurchWeb-Applikationen-AndereApplikationen"/}}Andere Applikationen ==
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90 Keine Ahnung 😉️
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92 Die bei PHP erwähnte Lösung mit {{code language="none"}}msmtp{{/code}} sollte aber in ziemlich jeder Server-Situation helfen.